Eine persönliche Geschichte über zwei Herzinfarkte, couragierte Ersthelfer und die lebensrettende Bedeutung von Defibrillatoren
Im Mai 2019 sollte es eigentlich eine Auszeit werden. Während eines Aufenthalts in einem Wellnesshotel hatten wir ein einstündiges Fitnesstraining mit einem Personal Trainer gebucht. Danach erlitt ich einen schweren Herzinfarkt. Mein Herz blieb dabei zweimal stehen – und zum Glück waren die Sanitäter schnell vor Ort. Nur ihrem raschen und entschlossenen Eingreifen ist es zu verdanken, dass ich heute davon berichten kann.
Die Rettungskräfte reagierten sofort. Mithilfe eines Defibrillators gelang es ihnen, mein Herz wieder in einen stabilen Rhythmus zu bringen. Eine Wiederbelebung, die nicht nur technisch präzise war, sondern entscheidend für mein weiteres Leben. Wichtig ist dabei: Ein Defibrillator ist lebensrettend – aber seine Wirkung entfaltet sich vor allem im Zusammenspiel mit sofortiger Herzdruckmassage und, wenn möglich, Beatmung. Was für viele ein medizinischer Begriff ist, wurde für mich in diesem Moment zur letzten Hoffnung.
Doch die Geschichte sollte sich Jahre später auf dramatische Weise wiederholen.
Im Juni vergangenen Jahres kam es während eines Aufenthalts in der Reha-Klinik in Bad Krozingen erneut zu einem Herzinfarkt. Diesmal war die Situation noch kritischer: Während der Reanimationsmaßnahmen blieb mein Herz insgesamt viermal stehen. Viermal schien alles verloren – und viermal gelang es den Pflegekräften und einer anwesenden Kardiologin, mich zurückzuholen. Der Defibrillator stand in der Klinik sofort zur Verfügung; parallel wurden Herzdruckmassage und Beatmung durchgeführt.
Dass ein solches Gerät in unmittelbarer Nähe war, machte den entscheidenden Unterschied. Ohne Defibrillator und ohne die sofort eingeleiteten Wiederbelebungsmaßnahmen hätte ich diese zweite Episode vermutlich nicht überlebt. Dieses Erlebnis hat mir noch einmal eindrücklich vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass deutlich mehr dieser lebensrettenden Geräte öffentlich zugänglich sind – in Hotels, Sporteinrichtungen, Bahnhöfen und anderen stark frequentierten Orten.
Heute blicke ich mit tiefer Dankbarkeit auf diese beiden Ereignisse zurück: Dankbarkeit gegenüber den Rettungskräften im Jahr 2019, gegenüber den Pflegekräften und der Kardiologin in Bad Krozingen – und gegenüber einem medizinischen Gerät, das oft unterschätzt wird: dem Defibrillator.
Meine Geschichte zeigt, wie entscheidend schnelle Hilfe, geschultes Personal und im Notfall auch geschulte Laienhelfer sowie funktionierende Notfallstrukturen sind. Herzinfarkte halten sich nicht an Orte oder Tagespläne. Sie kommen unerwartet – im Wellnesshotel ebenso wie in einer Reha-Klinik. Umso wichtiger ist es, vorbereitet zu sein.
Zweimal wurde mir das Leben geschenkt. Zweimal durch Menschen, die genau wussten, was zu tun ist. Und zweimal durch Technik, die im richtigen Moment eingesetzt wurde – immer in Kombination mit Herzdruckmassage und Beatmung. Eine Erfahrung, die demütig macht und Hoffnung gibt: dass Hilfe da ist, wenn jede Sekunde zählt. Und zugleich ein klarer Appell: Defibrillatoren retten Leben – sie sollten überall verfügbar sein.
