28.02.22

Peter Strasser hat überlebt!

Plötzlicher Herzstillstand mit glücklichem Ausgang
Spende eines Defibrillators an den Überlebenden
 
Es geschah in Taiting im Oktober 2021: Beim gemeinsamen Frühstückskaffee mit seinem Sohn Maximilian bricht der 56-jährige Peter Strasser plötzlich zusammen und verliert das Bewusstsein. Geistesgegenwärtig rief der Sohn sofort unter 112 den Rettungsdienst an, der ihm telefonische Anleitungen für eine Reanimation gab. Da ein RTW nicht unmittelbar verfügbar war, wurden die benachbarten Freiwilligen Feuerwehren aus Taiting-Bitzenhofen und Dasing alarmiert. Bis diese eintrafen, führte der Sohn von Herrn Strasser ca. 15 Minuten eine kontinuierliche Herzdruckmassage durch. Die Feuerwehr hatte den am Feuerwehrhaus Taiting-Bitzenhofen angebrachten Defibrillator mitgebracht, mit dem Peter Strasser mehrfach geschockt wurde. In dem dann eintreffenden RTW erreichte Herr Strasser lebend das Universitätsklinikum, wo ihm nach intensivmedizinischer Behandlung ein permanenter Defibrillator eingebaut wurde.

Soweit die Vorgeschichte zur aktuellen Übergabe eines Spenden-Defibrillators. Hintergrund dieser Aktion ist das sogenannte Forward Hearts Programm, bei dem das Unternehmen MedX5 Überlebenden, die mit einem HeartSine Defibrillator gerettet wurden, einen ebensolchen Defi spendet.  Diesen kann der Überlebende einer Einrichtung seiner Wahl zur Verfügung stellen, um somit möglicherweise ein weiteres Leben zu retten.

Am 23. Februar 2022 fand nun diese Spendenübergabe passenderweise am Feuerwehrhaus der Freiwilligen Feuerwehr Taiting-Bitzenhofen statt. Anwesend waren Peter Strasser mit seinem Sohn, der Kommandant der Feuerwehr aus Taiting-Bitzenhofen Ernst Rösner und die geschäftsführende Repräsentantin von MedX5 Sabine Sciuk. Für das Team von MedX5 sind die Tage der Begegnung mit den Überlebenden kardialer Notfälle jeweils von besonderen Emotionen geprägt und Lohn für ihr stetiges Bemühen um eine Verbesserung der Defi-Verfügbarkeit.

Bei der Spendenaktion wurden die Ereignisse um die Lebensrettung von Herrn Strasser nochmals in Erinnerung gerufen. Er berichtete, dass es ihm den Umständen entsprechend wieder recht gut geht und er nach einer regulären Rehabilitationsmaßnahme nun noch eine intensivierte Rehabilitationsnachsorge (IRENA) durchläuft, mit dem Ziel einer nachfolgenden Wiedereingliederungs-maßnahme. Sehr gerührt und mit bewegenden Worten dankte er seinem Sohn und der Feuerwehr, die ihn vor dem sicheren Herztod bewahrt hatten. Der Sohn hielt sich eher bescheiden im Hintergrund und wollte sein Handeln nicht überbewertet wissen. Er habe intuitiv reagiert und einfach das getan, was getan werden musste, insbesondere in den langen Minuten der über die Rettungsleitstelle telefonisch assistierten Herzdruckmassage. Erst später ist ihm so recht bewusst geworden, was da eigentlich passiert ist und was er geleistet hat.  Frau Sciuk hob deutlich hervor, wie umsichtig, mutig und letztlich heldenhaft der Sohn agierte und damit seinen eigenen Vater gerettet hat. Und nicht zuletzt waren die Feuerwehren aus Taiting-Bitzenhofen und Dasing ein weiteres entscheidendes Glied in der Rettungskette. Nach dem Sirenenalarm waren viele Feuerwehrleute sehr rasch am Feuerwehrhaus, haben vorausschauend den dort angebrachten Defi eingepackt und waren binnen weniger Minuten am Ort des Geschehens. In dieser Hinsicht war der Feuerwehrkommandant Herr Rösner auch sehr stolz auf seine „Jungs“.

Sodann wurde der Defibrillator von Frau Sciuk an Peter Strasser übergeben, wobei sie am Beispiel der Familie Strasser nochmals darauf hinwies, wie wichtig doch die Kenntnisse in der Laienreanimation und deren regelmäßige Auffrischung sind und welcher Bedeutung einer flächendeckenden Versorgung zum schnellstmöglichen Einsatz von Defibrillatoren zukommt. Eindrücklich wies Maximilian Strasser darauf hin, dass es in Unternehmen und Firmen viele Auflagen hinsichtlich Arbeitsschutzmaßnahmen, Brandschutzmaßnahmen etc. gibt, aber keine verbindlichen Vorschriften, einen Defi vorzuhalten. Das, so meinte er, müsse man doch ändern. Folgerichtig möchte die Familie Strasser den gespendeten Defibrillator öffentlich und für alle Bürger zugängig an einem Gebäude in der Zahlinger Straße 7 in 86453 Dasing anbringen lassen und aus eigenen Mitteln noch einen klimatisierten Außenwandkasten beisteuern.

Der Standort dieses Defibrillators soll in die weltweit einsetzbare App „CISALI“ (Citizens Save Lives - Bürger retten Leben) aufgenommen werden. Diese App hat eine SOS-Notrufanbindung, bietet die Möglichkeit, unmittelbar einen trainierten Ersthelfer (First Responder-Funktion) zur Laienunterstützung zu kontaktieren und kann alle registrierten Defibrillator-Standorte lokalisieren. Die CISALI-App ist kostenlos und im App Store oder im Google Play Store verfügbar.

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