Rettung auf der Tanzfläche

Manfred Kehl ist begeisterter Tänzer. Bei einem Tanzturnier im Kursaal in Heiligenhafen brach er ohne Vorwarnung mitten beim Wiener Walzer bewusstlos auf der Tanzfläche zusammen (das Bild zeigt ihn 2 Minuten vor dem Ereignis). Anzeichen einer Herzerkrankung gab es vor diesem Ereignis nicht. Im Kursaal befanden sich zu diesem Zeitpunkt etwa 120 Personen, darunter glücklicherweise auch ein Arzt und zwei Krankenschwestern.

Der Arzt begann unverzüglich mit einer Herzdruckmassage und fragte nach einem Defibrillator. Der Tanzsportclub Heiligenhafen hatte ein solches Gerät vor Ort, sodass bereits 4 Minuten nach Beginn der Reanimation ein elektrischer Schock abgegeben werden konnte. Nach einem weiteren Schock erlangte Herr Kehl wieder das Bewusstsein. Ursächlich für den Zusammenbruch war spontan aufgetretenes Kammerflimmern, das mit dem Defi beseitigt werden konnte. Im nachfolgenden Klinikaufenthalt erhielt Herr Kehl mehrere Stents in die Herzkranzgefäße und einen fest implantierten Defibrillator. Inzwischen ist er soweit wiederhergestellt, dass er nahezu täglich für den Tanzsport trainiert und auch wieder an Turnieren teilnimmt.

Was lehrt uns das: Vieles ist glückliche Fügung, so, dass zufällig ein Arzt vor Ort war und unmittelbar eingreifen konnte. Die Verfügbarkeit eines Defis, der das Kammerflimmern beseitigte und so die Zeit für die Herzdruckmassage kurzhalten konnte, ist aber steuerbar. Will heißen, dass die Standorte von Laiendefibrillatoren deutlich zunehmen sollten und nicht nur Tanzsportvereine damit ausgerüstet sein sollten. Denn es kann jeden treffen, überall und jederzeit und ohne Defi könnte es nicht so glimpflich ausgehen wie bei Herrn Kehl.

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