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KIDS SAVE LIVES – SchĂĽlerausbildung in Wiederbelebung

Die SchĂĽlerausbildung in Wiederbelebung boomt aktuell in Deutschland und international. MedX5 unterstĂĽtzt KIDS SAVE LIFES und  Prof. Böttiger in der Ausbildung der Bevölkerung in Reanimationstechniken, und trägt damit ganz maĂźgeblich zu der Steigerung der Laienreanimationsquote bei – mehr noch: Sie unterstĂĽtzt dabei, mehr Menschen mit einem plötzlichen Herzstillstand zu retten.

Wiederbelebungstraining ab Klasse 7

Seit dem Jahr 2014 gibt es u.a. auf unsere Initiative hin einen Beschluss, das Wiederbelebungs­training deutschlandweit ab Klasse 7 in allen Schulen einzuführen. In der 395. Sitzung des Schulaus­schusses der Kultus­minister­konferenz wurde am 6. Juni 2014 in Düsseldorf die Einführung von Modulen zum Thema „Wiederbelebung“ im Umfang von zwei Unterrichtsstunden pro Jahr ab Jahrgangsstufe 7 befürwortet. Lehrkräfte sollen entsprechend geschult werden, um den Unterricht zu übernehmen. Der GRC hat bereits im Jahr 2013 ein Ausbildungskonzept für den Reanimations­unterricht in Schulen bundesweit konsentiert, das jetzt flächendeckend genutzt und umgesetzt werden kann.

Der Umsetzungsstand in den Bundesländern ist derzeit noch sehr unterschiedlich und wir sind hier mit dem GRC in mehreren Bundeländern, insbesondere in Nordrhein-Westfalen, sehr aktiv und unterstĂĽtzen die Schulministerien der Länder bei der Implementierung. In Nordrhein-Westfalen konnten wir die Ausbildung von SchĂĽlerinnen und SchĂĽlern jetzt erstmals in einem Koalitionsvertrag fest verankern (S. 100, https://www.cdu-nrw.de/sites/default/files/media/docs/vertrag_nrw-koalition_2017.pdf).

Internationale Aktivitäten

Neben den bundesweiten Aktivitäten im Bereich der Schülerausbildung haben wir auch eine internationale Initiative auf die Beine gestellt, damit Schülerinnen und Schüler weltweit in Reanimation ausgebildet werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unterstützt seit dem Jahr 2015 unserer internationale Initiative „KIDS SAVE LIVES“.

Der aktuelle Stand der europäischen Länder in Sachen Reanimationsausbildung in Schulen ist auf dieser Karte zusammengefasst:

Der Europäische Rat fĂĽr Wiederbelebung (European Resuscitation Council, ERC) – die „Mutterorganisation“ des GRC hat darĂĽber hinaus ein Positionspapier mit 10 Prinzipien zu „KIDS SAVE LIVES“ veröffentlicht, das jetzt in einzelne Landessprachen ĂĽbersetzt wird. Aktuell haben wir bereits 12 Sprachen und natĂĽrlich auch eine deutsche Ăśbersetzung des GRC. In unserem Youtube-Kanal finden Sie einen Videoclip, der die 10 Prinzipien auf spielerische Art veranschaulicht https://www.youtube.com/watch?v=72oVtLH_isU

Die European Space Agency produzierte in Kooperation mit dem GRC ein tolles Video zum Thema “CPR in Space”. Unser Ziel ist es, dieses Video auch bei der SchĂĽlerausbildung zum Thema Wiederbelebung zu zeigen.

 

Zahlen und Fakten

(alle Zahlen beziehen sich auf Deutschland)

ď‚· Auf 100.000 Einwohner erleiden jedes Jahr rund 30 bis 90 Menschen auĂźerhalb eines Krankenhauses einen Herz-Kreislauf-Stillstand Das sind mindestens 50.000 Menschen pro Jahr.

ď‚· 10 % der Betroffenen ĂĽberleben.

 Wenn häufiger unverzüglich Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet würden, könnten sich die Überlebenschancen verdoppeln bis verdreifachen.

ď‚· Die Laienreanimationsquote im Jahr 2015 bei 34 %, im Jahr 2011 bei 18 %; in den Niederlanden bei 70 %.

 60 % der Herz-Kreislauf-Stillstände treten zu Hause auf.

 Bis zu 45 % aller Herz-Kreislauf-Stillstände werden beobachtet.

 Wenn sofort mit Herzdruckmassage begonnen würde, könnten jedes Jahr 10.000 Leben, in Europa über 100.000 Leben zusätzlich gerettet werden.

 Nahezu 40 % der Patienten sind im erwerbsfähigen Alter.

 ¾ der Personen, die die ersten 30 Tage nach einer Reanimation überlebt haben, können im Durchschnitt nach 5 Monaten wieder arbeiten.

 In 3/4 der Fälle ist eine Herzerkrankung Ursache eines Herz-KreislaufStillstandes, wenn dieser außerhalb der Klinik eintritt, Platz eins belegt dabei die Koronare Herzerkrankung (KHK).

 Das Gehirn beginnt bereits nach etwa 3-5 Minuten Sauerstoffmangel irreversibel geschädigt zu werden.

 Der Rettungsdienst braucht 8 min und länger, um beim Patienten zu sein.

ď‚· 25 % der Personen haben einen defibrillierbaren Rhythmus.

 In Dänemark wurde die Laienreanimationsquote u.a. durch Einführung von Wiederbelebungsunterricht in Schulen und Informationskampagnen von 20 % im Jahr 2000 auf über 45 % im Jahr 2010 gesteigert. Die Überlebensrate konnte verdreifacht werden

 

 

Univ.-Prof. Dr. Bernd W. Böttiger ist seit 2007 Ordinarius und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin an der Uniklinik Köln. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf dem Herz-Kreislaufstillstand und der zerebralen Reperfusion. Weitere Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen und gesellschaftspolitischen Tätigkeit sind die Laienreanimation und insbesondere die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern in Wiederbelebungstechniken. Nicht nur mehrfache (inter)nationale Auszeichnungen, sondern auch seine vorsitzenden und zentralen Funktionen im GRC, im ERC, in der DGAI und in der DIVI weisen ihn als engagierten Experten in den Fachgebieten Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin aus. Seit 2014 ist er gewähltes Mitglied in der Leopoldina, der Deutschen Akademie der Wissenschaften. Seit 2015 ist er Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und seit 2017 ist er dort auch als gewähltes Beiratsmitglied in der DIVI–Stiftung tätig. Für die Amtsperiode von 2017 – 2019 ist er als Mitglied in das wissenschaftliche Komitee für „Notfallmedizin – Trauma und Reanimation“ der European Society of Anaesthesiology (ESA) gewählt worden. Des Weiteren ist Professor Böttiger für die Amtsperiode von 2017 – 2020 erneut gewähltes Mitglied der „Advanced Life Support“ (ALS) Taskforce des International Liaison Committee on Resuscitation (ILCOR) von AHA und ERC.