Dänischer Profi-Fußballer, nicht das erste Opfer!

Millionen Zuschauer sahen beim Europameisterschaftsspiel Dänemark gegen Finnland zu, als einer der dänischen Fußballer plötzlich zusammenbrach, bewusstlos wurde und nicht mehr atmete. Als offensichtlich gesunder Spitzensportler hat er einen plötzlichen Herzstillstand erlitten. Noch auf dem Fußballplatz wurde er vor laufenden Kameras reanimiert und defibrilliert und hat das Ereignis aufgrund der sofortigen Wiederbelebungsmaßnahmen überlebt. Eriksen kann sich glücklicherweise in die Liste geretteter Hochleistungssportlern einreihen, wie z. B. zuvor Fabrice Muamba (Premier League), Gerald Asamoah (Fürth, zuvor Schalke 04) oder Toledo Lassad (Deportivo).


Dieses Glück hatten andere bekannte Sportgrößen nicht, wie z. B.:
- Miklos Feher, Fußballer (25 Jahre), Ungarn
- Vigor Bovolenta, Volleyballer, Italien
- Rene Herms, Leichtathlet (27 Jahre)
- Naoki Matsuda, Fußballer (34 Jahre)
- Heiko Fischer, Eiskunstlauf (29 Jahre), beim Squash
- Bruno Pezzey, Fußballer (39 Jahre), während eines Eishockeyspiels
- Sergej Grinkow, Eiskunstläufer (28 Jahre)
- Emmanuel Nwanegbo, Fußballer (30 Jahre)
- Axel Jüptner, Fußballer (28 Jahre)
- Griffith-Joyner, Leichtathletin (38 Jahre)
- Lars Bolte, Bobfahrer (31 Jahre)
- Stephane Morin, Eishockey (29 Jahre)
- Antonia Puerta, Fußballer (22 Jahre)
- Sebastian Faißt, Handballer (20 Jahre)
- Alexej Tscherepanow, Eishockey (19 Jahre)

Das Ereignis um Eriksen hatte ein immenses öffentliches und mediales Echo nach sich gezogen und füllte tagelang die Gazetten. Doch warum wird die Öffentlichkeit erst durch ein solch tragisches, im Fernsehen übertragenes Ereignis bei einem Profisportler aufgerüttelt? Denn mehr als 100.000 Menschen/Jahr sind in Deutschland in ähnlicher Weise betroffen und damit stellt der plötzliche Herztod eine der häufigsten Todesursachen dar. Es kann also jeden treffen, überall und zu jeder Zeit und nicht immer ist sofort ein Arzt zur Stelle. Aber im Notfall sind die ersten Minuten entscheidend. Als Konsequenz: Um möglichst viele Menschen vor dem plötzlichen Herztod zu retten, sollten Bürger die einfach durchzuführende Herzdruckmassage beherrschen und eine flächendeckende Verbreitung von Laien-Defibrillatoren angestrebt werden. Die Anzahl von 23 Überlebenden (bei 78 Einsätzen) in 2.978 Sportvereinen, die mit MedX5 Defibrillatoren ausgestattet worden sind, unterstreicht die Notwendigkeit, jederzeit vorbereitet zu sein. Es geht um weitaus mehr als nur um Fußballer der 1. oder 2. Liga. Jede Sportart und alle Sportler (egal welchen Alters) können jederzeit betroffen sein. Dabei kommt den Trainern, Funktionären und Vorständen eine besondere Verantwortung zu. Ignorieren, abwarten und hoffen, dass nichts passiert, ist keine gute Alternative.

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